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Leserbrief zu "Fritz Koenig - Ganslberg" - Kritik von Michael Wolffsohn - Fritz Koenig kann sich nicht mehr wehren - jetzt ist er "Weltkünstler"!

leserbriefneu wieder(05.08.2018) In verschiedenen Zeitungen - u.a. DIE WELT - Süddeutsche Zeitung - Landshuter Zeitung (Montag, 30.Juli) - erschien diese Woche ein DPA-Artikel des Historikers Prof. Wolffsohn, der Fritz Koenigs Ganslberg und die Kritik an vermeindlich fehlenden Bemühungen um den adäquaten Umgang mit Koenigs Erbe zum Inhalt hat. Der Unterzeichner des folgenden Berichts - Christian Grumbach, Würzburg (Geburtststadt von Fritz Koenig) - hat zu diesen Ausführungen von Herrn Prof. Wolffsohn einen Leserbrief geschrieben und bittet diesen in Ihrer Rundschau-Online-Zeitung zu veröffentlichen.

Leserbrief zum DPA-Artikel vom 29.7.2018:

„Weltkunst in Landshut – was wird aus dem Koenig-Nachlass?“

Fritz Koenig kann sich nicht mehr wehren – jetzt ist er „Weltkünstler“!

Von Michael Wolffsohn erwartet man Tragendes, dem Renommee dieses Historikers entsprechend. Aber nichts dergleichen, vielmehr erweist er, der sich als langjähriger Koenig-Freund ausweist, dem im letzten Jahr verstorbenem Bildhauer einen Bärendienst. Ministerpräsident Söder und die Kunstministerin Kiechle mögen nach Florenz reisen, dort könnten sie sehen, wie „Weltkunst aus Bayern präsentiert werden muss“. Das Engagement für einen angemessenen Erhalt des Koenigschen Refugiums Ganslberg in allen Ehren, aber die Äußerung ist doppelt fatal: Zum einen kann man Koenig wunderbar präsentiert auch in Landshut erleben, und Prof. Wolffsohn bringt sich in den Verdacht, mit dem Negieren der Landshuter Leistungen all jenen das Wort zu reden, die keine Gelegenheit ungenutzt lassen, den Direktor der städtischen Museen zu diskreditieren. Brutaler Weise ist jetzt schon die Rede davon, Dr. Niehoff wolle vorsätzlich Koenigs Werk degradieren! Es gibt in Sachen dieser personellen Causa keine Hemmungen mehr, indes man die Stadt Landshut loben muss, sich nicht öffentlich zu äußern, in aller Ruhe wird der zwischenzeitig anhängende Rechtsstreit durchschritten.

Und Florenz? Natürlich läuft eine Ausstellung in den Uffizien vollkommen „außer Konkurrenz“. Aber nur aus dem Vergleich mit dem Olymp Florenz die Landshuter Bemühungen um die Würdigung Koenigs beurteilen zu wollen, kann nicht statthaft sein! Ein Degradieren aber, und das ist die zweite Fatalität, unterläuft dem Historiker unbeabsichtigt selbst! Was sind das für unbeholfene Begrifflichkeiten, „Weltkunst“ und „Weltkünstler“? Plakativ gebraucht, weil man der Kunst selbst doch nicht zutraut, auf diesem Niveau erkannt zu werden? FritzKoenig wäre der Erste gewesen, dem diese Begriffe suspekt erschienen wären!

Dem Historiker Prof. Wolffsohn unterläuft, indem er den Freund Fritz Koenig zum Weltkünstler ernennt, eine schmerzhafte posthume Demütigung!

Christian Grumbach

97074 Würzburg

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