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Gemeinsame Erklärung zur Fußball-Regionalliga-Reform

Vertreter 25 bayerischer Klubs aus der 3. Liga, der Regionalliga Bayern, den beiden Bayernliga-Staffeln Nord und Süd sowie des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) haben sich bei einem Präsenztreffen im „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“ der SpVgg Greuther Fürth mit den Abschlussergebnissen der Arbeitsgruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu einer möglichen Reform der aktuell fünfgleisigen Regionalliga auseinandergesetzt.

Alle Beteiligten der Zusammenkunft legen Wert auf die Feststellung, dass es sich hierbei um die erste inhaltliche Auseinandersetzung mit den von der DFB-Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Lösungen handelt. Die vorherigen Treffen in diesem Kreis dienten ausschließlich der Information zum jeweiligen Sachstand des Fortkommens der DFB-Arbeitsgruppe.

Während des Prozesses der DFB-Arbeitsgruppe waren immer wieder gezielt ausgesuchte Medienvertreter bewusst falsch aus der DFB-Arbeitsgruppe heraus informiert worden. Dies hatte zur Folge, dass in der Berichterstattung fortwährend wahrheitswidrig behauptet wurde und wird, der Bayerische Fußball-Verband verschließe sich einer Lösung mit der Zielsetzung „Der Meister muss aufsteigen!“. Das ist falsch! Richtig ist, dass sich der BFV an die Vereinbarung gehalten hat, sich erst dann zu Vorschlägen der DFB-Arbeitsgruppe zu äußern, wenn die inhaltliche Diskussion im Kreis der bayerischen Klub-Vertreter erfolgt ist. Nachdem dieses Treffen erst jetzt nach Vorliegen des DFB-Arbeitsgruppen-Abschlussberichtes möglich gewesen ist, kann und konnte es zuvor auch keine „bayerische Position“ geben.

Beim Treffen in Fürth wurde auf die von der DFB-Arbeitsgruppe erarbeiteten Materialien zurückgegriffen.

Die bayerischen Vertreter stellen nach einer ersten inhaltlichen und ausdrücklich nicht abschließenden Diskussion fest:

  • Der BFV und seine betroffenen Vereine streben eine Lösung an, die dem Anspruch „Der Meister muss aufsteigen!“ gerecht wird, nachhaltig Bestand hat und insbesondere den Bedürfnissen künftiger Generationen gerecht werden muss.
  • Keines der beiden von der DFB-Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Modelle („Kompass“, „Regionen“) war zum jetzigen Zeitpunkt konsensfähig.
  • Es gilt daher, an der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurfußball kreativer weiterzuarbeiten. Um zu einem dauerhaften und tragfähigen Modell zu gelangen, müssen weitere Lösungsmöglichkeiten beleuchtet werden. Es genügt nicht, sich auf die einzige Festlegung zu beschränken, die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier zu reduzieren.
  • Die Prämisse „Der Meister muss aufsteigen!“ muss das Ziel sein, an dem die bayerischen Vertreter uneingeschränkt festhalten! Dies ist mit Rücksicht auf mögliche Investitionen von Vereinen an der komplexen Schnittstelle zwischen hochklassigem Amateur- und Profifußball von enormer Bedeutung.
  • Die von der DFB-Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Strukturreform-Ideen berücksichtigen bisher nicht ausreichend die dritte und fünfte Spielklassenebene. Auch dort muss mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit einer Reform Veränderungsbereitschaft bestehen.
  • Insbesondere im Hinblick auf einen homogenen pyramidalen Aufbau der Spielklassenebenen muss die 3. Liga mit in den Fokus genommen werden. Dies war mit deutlicher Mehrheit auch Wunsch der DFB-Arbeitsgruppe, eine nähere Beleuchtung wurde dort allerdings unverständlicherweise nicht zur Diskussion zugelassen.
  • Es müssen weitere Modelle glaubhaft und umfassender diskutiert werden. Deshalb gehören Fragen der Talentförderung und der kommenden Mitwirkung der Profi-Zweitvertretungen auch gemeinsam mit der DFL erörtert.
  • Beim Treffen in Fürth wurde auch ein Modell andiskutiert, wonach in allen bestehenden fünf Regionalligen nach Vorrunden-Abschluss eine Teilung erfolgen könnte. Die Klubs der oberen Tabellenhälfte spielen in vier Ligen je einen Meister/Aufsteiger aus. Die Teams aus der unteren Tabellenhälfte bleiben weiter in ihren regionalen Strukturen und bestreiten in ihren fünf Ligen jeweilige Abstiegsrunden. Diese Überlegung und etwaige weitere Optionen sollen jetzt von einer eigenen Arbeitsgruppe ausgearbeitet werden.
  • Ziel muss weiterhin eine gesamtheitliche Betrachtung aller Strukturen und Möglichkeiten sein.

„Wir bedanken uns bei allen, die in Fürth mit dabei waren. Es war ein offener, ehrlicher und konstruktiver Diskurs“, sagt BFV-Präsident Dr. Christoph Kern: „Der Austausch hat verdeutlicht, dass die bisherigen Ergebnisse und die Beschränkung auf zwei Lösungsvorschläge zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend konsensfähig sind. Wir sind uns einig, dass es einen breiteren Blick braucht. Es dürfen Überlegungen auch nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Es geht um eine mutige Entscheidung für die Zukunft, die nachhaltig sein muss. In dem Treffen wurden weitere Lösungsmöglichkeiten andiskutiert. Um konkreter werden zu können, ist zudem der Wunsch entstanden, eine eigene Arbeitsgruppe zu bilden. Diese wird sich unter anderem auch mit einem Zwei-Phasen-Modell näher befassen, das ambitionierten Vereinen die Umsetzung ihrer Ziele in einem attraktiven Umfeld ermöglicht. Gleichzeitig schützt es kleinere Klubs.“

Vogginger

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