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KEG Bayern: Gewalt an unseren Schulen ernst nehmen

Bayern - pm (15.04.2026) Aktuelle Berichte über zunehmende Gewalt an Schulen und gegen Lehrkräfte – bis hin zu Polizeieinsätzen und steigenden Fallzahlen in der Kriminalstatistik – verdeutlichen den Ernst der Lage. Ereignisse wie der Messerangriff eines Schülers im Februar 2025 in Wuppertal mit mehreren Verletzten, eine Welle von Bombendrohungen an Schulen im Mai 2025 sowie ein weiterer Messerangriff unter Schülern in Berlin-Spandau zeigen, dass Gewalt im schulischen Umfeld keine abstrakte Gefahr mehr ist, sondern konkrete Realität.

Auch in Bayern ist diese Entwicklung deutlich sichtbar. Nach aktuellen Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Gewaltkriminalität an Schulen spürbar angestiegen. Besonders auffällig ist die Zunahme von Körperverletzungsdelikten. Insgesamt wurden mehrere hundert schwere Gewaltdelikte im schulischen Kontext registriert. Gleichzeitig ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen, da insbesondere verbale und digitale Gewalt häufig nicht zur Anzeige gebracht oder statistisch erfasst werden.

Lehrkräfte erleben diese Entwicklung täglich

Was sich statistisch abbildet, gehört für viele Lehrkräfte längst zum Alltag: zunehmende Respektlosigkeit, Grenzüberschreitungen und eine sinkende Hemmschwelle gegenüber Gewalt. Schulleitungen und Lehrkräfte stehen dabei in einem Spannungsfeld aus Bildungsauftrag, Erziehungsarbeit und Krisenbewältigung.

Für die KEG Bayern ist klar: Schule ist weit mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Sie ist ein Raum der Begegnung, der Persönlichkeitsbildung und der Wertevermittlung. Gerade hier zeigt sich, wie sehr unsere Gesellschaft auf ein tragfähiges Fundament gemeinsamer Werte angewiesen ist.

Christliches Menschenbild als Orientierung

Als Bayerns einziger christlicher Lehrerinnen- und Lehrerverband bringt die KEG Bayern bewusst eine werteorientierte Perspektive in die Debatte ein. Im Mittelpunkt steht die Würde jedes Menschen – unabhängig von Leistung, Herkunft oder Verhalten.

Gewalt widerspricht diesem Grundverständnis zutiefst. Sie verletzt nicht nur körperlich, sondern auch das soziale Miteinander. Gleichzeitig gilt: Jeder Mensch ist zur Veränderung fähig. Schule muss daher klare Grenzen setzen und zugleich Wege zur Umkehr, Versöhnung und Hoffnung eröffnen.

Ein zentraler Maßstab bleibt das Gebot der Nächstenliebe: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk 12,31). Ebenso mahnt das Gebot „Du sollst nicht töten“ zum Schutz von Würde und Unversehrtheit jedes Menschen.

Ursachen differenziert betrachten

Die KEG Bayern warnt vor vereinfachenden Erklärungen. Die Ursachen für zunehmende Gewalt sind vielschichtig:

  • Nachwirkungen der Pandemie mit sozialen und emotionalen Defiziten
  • Gesellschaftliche Spannungen, die sich im Schulalltag widerspiegeln
  • Werteunsicherheit und fehlende Orientierung
  • Wachsender Einfluss digitaler Medien
  • Unzureichende personelle Ausstattung an Schulen

    Diese Entwicklungen erfordern Antworten, die über rein ordnungspolitische Maßnahmen hinausgehen.

Was jetzt zu tun ist

Die KEG Bayern, die diese Entwicklung mit großer Sorge seit mehrere Jahren verfolgt und immer wieder deutlich anspricht, fordert endlich ein entschiedenes, ganzheitliches Handeln:

  • Stärkung der Werte- und Persönlichkeitsbildung
  • Verbindliche Förderung sozialer Kompetenzen und Empathie
  • Verpflichtender Raum für ethische und religiöse Bildung
  • Investitionen in Personal und Ausbau der Lehrerstellen (statt Stellenmoratorium)
  • Mehr multiprofessionelle Teams
  • Ausbau von Schulpsychologie und Schulsozialarbeit
  • enge und bessere Zusammenarbeit mit Familien und externen Partnern
  • Unterstützung und Schutz für Lehrkräfte
  • Klare Handlungssicherheit bei Gewaltvorfällen
  • Gezielte Fortbildungen in Deeskalation und Konfliktlösung
  • Verlässliche Melde- und Unterstützungsstrukturen
  • Prävention und Beziehungsarbeit
  • Frühzeitige Intervention durch stabile Strukturen
  • Ausreichende Zeit und Ressourcen für Beziehungsarbeit
  • Gezielte Vorbereitung und Hinführung bereits im Lehramtstudium
  • Klare Grenzen und Konsequenzen
  • Gewalt darf nicht folgenlos bleiben
  • Gleichzeitig müssen Wege zur Wiedergutmachung und Reintegration eröffnet werden
  • Gemeinschaft stärken – Verantwortung teilen

Aus christlicher Perspektive entsteht eine Schule, die von Respekt, Nächstenliebe und Vertrauen geprägt ist, nicht durch Vorschriften allein, sondern durch gelebte Haltung. Der KEG Landesvorsitzende, Martin Goppel betont: „Gewalt kann niemals ein Mittel sein, Konflikte zu lösen. Wie es auch in den Worten von Papst Leo aktuell immer wieder anklingt, braucht es den Mut zum Frieden, zur Versöhnung und zur Achtung der Würde jedes Menschen. Gerade Schule muss ein Ort sein, an dem diese Haltung täglich erfahrbar wird.“

Die KEG Bayern appelliert an Politik, Gesellschaft und Elternhäuser: Die Erziehung zu Respekt und Gewaltfreiheit ist eine gemeinsame Aufgabe.

Unser Ziel bleibt klar: Schule muss ein Ort sein, an dem junge Menschen in Sicherheit lernen und sich entfalten können – getragen von einer Kultur der Wertschätzung, der Verantwortung und der Hoffnung.

Vogginger

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