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Fraktion der Grünen will Planungen zur "Oberen Liebenau" ändern - Kein unbegrenztes Bauen!

Landshut - pm (18.06.2020) Die Stadt betreibt zurzeit zwei Bebauungsplanverfahren im Westen der Stadt, die nicht nur in der dortigen Nachbarschaft für Aufregung sorgen. Gemeint ist der Bereich der "Oberen Liebenau". Für beide Verfahren wird die Stadt im Herbst eine Bürgerinformationsveranstaltung abhalten.

Während es in einem Verfahren (Deckblatt 5 zum Bebauungsplan 02 – 62/19) um die Dichte der Bebauung geht, sind im anderen Verfahren (Deckblatt 6) viel grundsätzlichere Dinge zu entscheiden. Die gewollte Bebauung steht hier im Widerstreit zu den Festsetzungen des Flächennutzungsplans, der hier Grünland vorsieht.

Für die elf Stadträte der Grünen ist dies Anlass, nicht bis zur Informationsveranstaltung der Stadt abzuwarten, sondern bereits jetzt zusätzliche Aspekte im Sinne des Naturschutzes und der Verkehrsberuhigung einzubringen, die das Planungsverfahren modifizieren sollten. Die Bausenatsmitglieder Dr. Thomas Keyßner und Christoph Rabl sind sich mit ihrer Fraktion einig, dass hier ganz grundsätzliche Fragen der Stadtentwicklung vorliegen, die fundiert zu diskutieren sind:

Wie stark soll unsere Stadt wachsen? Und soll sie es gerade auch dort tun, wo besonders hochwertige Naturräume beeinträchtigt werden? Und warum passiert dies, obwohl der Flächennutzungsplan eine völlig andere Antwort gibt?

Christoph Rabl: "Es kann nicht sein, dass die Wohnbebauung sich immer weiter in Richtung Auwald vorschiebt. In der Oberen Liebenau hat sich wunderbare Natur entwickelt, die einerseits einen wichtigen Lebensraum für bedrohte Arten darstellt und andererseits für viele Landshuter/innen einen geliebten Erholungsraum. Man kann hier nicht die Grenze der Bebauung immer weiter Richtung Auwald verschieben, sondern muss jetzt endgültig eine planerische Gesamtentscheidung treffen, in der das gesamte Gebiet Richtung Auwald nachhaltig abgegrenzt wird.

Dr. Thomas Keyßner sieht insbesondere noch viel Nachbesserungsbedarf im Bereich der verkehrlichen Erschließung. "Ich halte es für ein Unding, das geplante Wohnviertel durch eine neue Straße direkt am Auwald entlang zu erschließen." Im Übrigen sollte man hier endlich mal auch in Landshut zu Instrumenten greifen, die andernorts üblich sind: die Konzeption autoarmer Siedlungen mit einer Quartiersgarage am Rande der Siedlung. "Es darf keine neue Siedlungsentwicklung in Landshut geben, die solche modernen Planungsvarianten einfach ausblendet", so Keyßner.

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