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Pod.-Disk: "Wer flüchten darf, entscheiden wir - Willkomenskultur in Deutschland"

aa an anfa frauAm Mittwoch, 01. Juli, findet  um 19 Uhr mit einem Podiumsgespräch die letzte Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung „Flucht und Gesellschaft“ an der Hochschule Landshut (Raum BS 002) statt. Dies ist eine Kooperation der Studierendengruppe (in)visible borders und der Fakultät Soziale Arbeit. - Das Podiumsgespräch trägt den Titel: „Willkommenskultur in Deutschland – wer flüchten darf, entscheiden wir!“ Es sprechen: Newroz Duman (Foto), Astride Velho und Uche Akpulu

Das Gespräch wird in Gebärdensprache übersetzt!

Die Zahl der Asylsuchenden ist im Vergleich zur Mitte der 2000er Jahre deutlich gestiegen. Im Jahr 2014 waren es fast 180.000 Asylerstanträge. Da die Regierungsbezirke und einzelne Landkreise die Unterbringungskapazitäten in den letzten Jahren konsequent abgebaut haben, obwohl die Zahl der Asylsuchenden im Steigen begriffen war, muss nun händeringend nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden.

Das bei der Verteilung und Versorgung entstandene Chaos wird von Seiten der Politik oftmals mit dem Ruf nach ehrenamtlichen Engagement und dem inflationären Begriff der „Willkommenskultur“, die auch von Seiten der Bevölkerung zu schaffen sei, kaschiert. Auf der anderen Seite werden die Rechte von Geflüchteten abgebaut, wie die sichere Drittstaatenregelung offenkundig zeigt.

Zudem sind die Betroffenen weiterhin der Willkür von Behörden ausgesetzt und werden immer wieder Zielscheibe eines gesamtgesellschaftlichen Rassismus. So wird im öffentlichen Diskurs um „Armutszuwanderung“ und „Wirtschaftsflüchtlinge“ eine Unterteilung in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge vorgenommen, die auch von der Politik forciert wird. Gleichzeitig gehört rassistische Gewalt zum bitteren Alltag von Geflüchteten.

Einer Datenerhebung von Pro Asyl und der Amedeu Antonio Stiftung zufolge, kam es deutschlandweit im letzten Jahr zu 77 Übergriffen auf Flüchtlinge und zu 35 Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte, ganz zu schweigen von der rassistischen Hetze, die sich z.B. in der Pegida-Bewegung manifestiert.
In dem Podiumsgespräch wollen wir uns den Lebensrealitäten von Geflüchteten annähern und uns mit den Erfahrungen, die Betroffene mit der „deutschen Willkommenskultur“ gemacht haben, auseinandersetzen.

Auf dem Podium sprechen:

Newroz Duman (Foto)
ist Mitglied des Vorstands der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL. Sie engagiert sich ehrenamtlich bei der Initiative „Jugendliche ohne Grenzen“ (JoG), einem Zusammenschluss jugendlicher Flüchtlinge, die sich für die Verbesserung des Bleiberechts einsetzen. Sie lebt in Hessen, wo sie beruflich Flüchtlinge und Asylsuchende begleitet und betreut.

Uche Akpulu
ist Mitarbeiter des Bayerischen Flüchtlingsrates und Mitbegründer des Arbeitskreises Panafrikanismus München e.V. Zudem ist er seit 2010 gewähltes Mitglied des Ausländerbeirates der Landeshauptstadt München.

Astride Velho
ist Erzieherin, Diplom-Psychologin, Lehrbeauftragte und Autorin. Sie hat im Flüchtlings- und Migrationssozialbereich gearbeitet. Derzeit ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hoch- schule Landshut / Fakultät Soziale Arbeit für das Projekt „Bildungsbausteine gegen Muslimfeindschaft“ tätig. Ihre Dissertation hat sie zum Thema „Alltagsrassismus gefertigt: Prozesse der Subjektbildung – Potentiale der Transformation“ in den Erziehungswissenschaften absolviert.

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