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Handwerkskammerpräsident klagt: Die Mobilfunklücken erschweren unseren Handwerkern das digitale Arbeiten

dr georg haber neuNiederbayern/Oberpfalz (21.08.2018) „Die Digitalisierung unserer heimischen Wirtschaft nimmt weiter Fahrt auf“, betont Dr. Georg Haber (Foto), Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. „Gleichzeitig ist die dazu notwendige Infrastruktur in Bayern aber noch nicht auf dem Stand, der dafür gebraucht wird.“ Das zeigen auch die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Befragung unter rund 400 Handwerkern in Ostbayern. Mehr als jeder dritte befragte Handwerksbetrieb hat in den letzten zwölf Monaten in die Digitalisierung investiert.

Die Betriebe sehen aber auch Hürden auf dem Weg zu einem verstärkt digitalen und mobilen Arbeiten, unter anderem in der Breitbandinfrastruktur.

Förderprogramm für Kommunen mit Mobilfunklücken

Dies hat auch die Bayerische Staatsregierung erkannt und will im Rahmen ihrer „Zukunftsinitiative Mobilfunk“ Maßnahmen ergreifen. Dazu zählt ein bayerisches Mobilfunkförderprogramm, das sich an die Kommunen richtet, in denen Mobilfunklücken bestehen. Nach der Genehmigung durch die EU-Kommission soll es an den Start gehen. Das kürzlich in Regensburg neu geschaffene Mobilfunkzentrum wird dabei bayernweit als Beratungs-, Informations- und Förderstelle fungieren.

„Mit einer Forcierung des Ausbaus der Mobilfunkinfrastruktur in Bayern kommt die Bayerische Staatsregierung einer Forderung nach, die im ostbayerischen Handwerk seit längerem besteht“, erklärt Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. „Unsere Handwerksbetriebe digitalisieren ihre betriebsinternen Abläufe immer stärker. Auch die Interaktion mit Lieferanten, Partnern und Kunden wird zunehmend digitaler und mobiler. Dazu brauchen wir nicht nur zukunftsfähige Breitbandanschlüsse in den Betrieben, sondern auch moderne und funktionierende Mobilfunknetze zur reibungslosen Kommunikation auf den Baustellen, beim Kunden und auf dem Weg dorthin.“

Schwachstellen im Mobilfunknetz behindern digitales Arbeiten

Verschiedene Untersuchungen zeigen allerdings, dass mobile Kommunikation in Ostbayern nicht immer reibungslos funktioniert. Zwar sind an vielen Wohnorten Verbindungen meist in modernstem Standard verfügbar. Jedoch machen Studien auch deutlich, dass Empfangsqualitäten auf Verkehrsverbindungen, an kleinteiligeren Standorten und in Grenzregionen nicht selten Lücken aufweisen. Schon einzelne Schwächen im Netz entlang von Verkehrswegen können dann zum Beispiel mobiles Telefonieren und das Übermitteln von Daten erheblich behindern.

„Das sind Probleme, mit denen Handwerker in Ostbayern zu kämpfen haben“, fasst Kilger zusammen. „Die Digitalisierung kann Handwerkern, die viel beim Kunden und auf Baustellen mobil unterwegs sind, eine große Chance bieten. Und für viele Betriebe gehört digitales Arbeiten auch schon heute zum Arbeitsalltag, zum Beispiel, wenn sie Kundenwünsche digital erfassen oder am Bau mit digitalen Dateien arbeiten. Aber nicht selten scheitert es schon daran, eine E-Mail mit größerem Dateianhang schnell mobil zu verschicken oder aus dem Auto mit dem Büro ohne Unterbrechung zu telefonieren.“

Deshalb fordert HWK-Präsident Dr. Haber, die digitalen Baustellen im Mobilfunkbereich rasch anzugehen. Dort wo der marktgetriebene Mobilfunkausbau aufgrund von Hemmnissen nicht zügig vorankommt, müssen von staatlicher Seite Maßnahmen ergriffen werden. Dazu begrüßt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz das von der Bayerischen Staatsregierung initiierte Programm sowie den Aufbau des neuen Mobilfunkzentrums. Sichergestellt sein muss aber, dass die Maßnahmen von betroffenen Kommunen auch rasch in Anspruch genommen werden und zukünftige Ausbaupläne nicht an Gemeindegrenzen haltmachen. „Das ostbayerische Handwerk dankt der Staatsregierung für diesen wichtigen Schritt in Richtung einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung. Jetzt sind die Kommunen gefordert, um für ihre Gewerbesteuer zahlenden Betriebe auch die längst notwendige zukunftsfähige Mobilfunkinfrastruktur zu schaffen“, so Haber. Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz wird eine rege Inanspruchnahme dieses Förderprogrammes durch die Kommunen zugunsten ihrer Betriebe einfordern. Auf dem Weg zu modernen Kommunikationsnetzen in ganz Bayern können die kurzfristig ergriffenen Maßnahmen nur ein Zwischenschritt sein.

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